Mini-Kreuzfahrt:
Travemünde-Rostock für 46 €

(5. September 2026) Gestern Andrea Berg, heute Tinker Bell. Mini-Kreuzfahrt von Travemünde nach Rostsock und zurück. 13 KÜSTENLADIES und drei KÜSTEN-KERLS und ich fahren mit.

Wecker auf fünf gestellt, kurz nach zwei aufgewacht. Versuche wieder einzuschlafen, schalte Homeshopping ein, meine beste Wiedereinschlafmethode. Besser als Schäfchenzählen. Aber heute nicht. Judith Williams lächelt vom Bildschirm. Nach einer dreiviertel Stunde gebe ich auf und bestelle ihr Serum mit „Ulrta Lifting Pep“. Gehe ins Bad, putze die Zähne, koche Kaffee und storniere meine Bestellung.

Ich habe sowas von keinem Bock, überlege mich krank zu melden, habe aber die Tickets für die Gruppe.

7.45 Uhr. Lalka zu Heidi S gebracht, mit Heike W nach Travemünde. Google sagt links, wir aber fahren rechts, weil da ein riesiges Schild „Check-in“ schreibt. Dumm gelaufen! Wir landen in einer Kolonne von gefühlt 500 LKWs und stecken fest. Panik. 20 Minuten später schaffen wir es endlich raus.

8:35 Uhr. Wir sind die letzten, alle anderen sind schon da. Check-in im Büro der TT-Linie. Meine ausgedruckte Buchung will niemand sehen, mein Gesicht reicht, es gibt Fahrkarten, nur die für Heikes Hund Lilly nicht. Braucht man nicht. Die freundliche Dame am Schalter lächelt freundlich, das kontrolliere keiner.

Auch an der Rezeption (nicht besetzt) auf Deck 7 der Tinker Bell nicht: Die Tickets wird niemand kontrollieren. Es gibt Frühstücksbuffet für 16,50 Euro, wer weniger Hunger hat, nimmt nur einen Pott Kaffee, ein Brötchen und Käse und Wurst und zahlt fünf. Geht doch.

Vier Stunden später, die Gruppe ist gut gelaunt. Aber außer Sitzen und Quatschen gibt’s aber kaum was zu tun. Einige sind ganz nach oben gefahren und schnuppern Seeluft und jetzt kommt auch die Sonne. Die Ausfahrt ist wirklich … nett.

13:30 Uhr. Ankunft Rostock. Der Containerhafen Rostock ist nicht der, wo die schönen Kreuzfahrtschiffe ablegen. Schotter, graue Wellblechfassaden und rostiger Stahl, eine unheimliche, Lost-Place-artige Atmosphäre. Kilometerlange Kaimauern, riesige Krananlagen, hoch aufragende Kräne und überdimensionierte Hallen. Trotz riesiger Gütermengen sieht man kaum Menschen zu Fuß. Eine Geisterstadt aus Stahl.

Nach fünfmaligem Nachfragen von mir haben sich die meisten auf einen Ausflug nach Warnemünde geeinigt. Zwei große Taxis kommen, Heike will aber unbedingt nach Rostock rein, ein letztes Taxi steht noch frei. Glück: Der Fahrer, Rashid aus Aserbaidschan, ist ein echter Wonneproppen. Mein Highlight des Tages und meine Laune bessert sich.

Fahrt durch ein Meer von Regen, kein Schauer, sondern ein wahrhaftiger Wolkenbruch. Rashid empfiehlt sein Lieblingsrestaurant „Borwin“ am Kempowski-Ufer. Wenn wir nicht zufrieden sein sollten, will er die Zeche übernehmen. Wer’s glaubt, aber er behält Recht: Das „Borwin“ ist einfach großartig! Um zwanzig nach drei holt er uns wieder ab.

15:35 Uhr, zurück im Hafen. Die Tickets lassen sich nicht ausdrucken, die Dame am Schalter verzweifelt kurz. Ich schlage vor, dass wir ohne Papier aufs Schiff gehen, fragt ja eh‘ niemand nach. Sie überlegt kurz, dann macht der Drucker aber seinen Job und wir werden mit dem Shuttle aufs Schiff gebracht.

16:30 Uhr. Wir laufen aus und die Sonne geht auf. Bilderbuchwetter und auch die „MS Arosa Minus“, also die Peter Pan, macht wirklich Laune. Baujahr 2023, 230 Meter lang und viel moderner und zehnmal schöner als der Kahn unserer Hinfahrt. Der war übrigens die alte Peter Pan von 2001.

Die besten Plätze haben sich einige unserer Gruppe mit den Restauranttischen an den Panoramafenstern im Schiffsbug gesichert. Beste Sicht auf die Gischt der Ostsee.

Eine Flasche Weißburgunder später sitze auch ich wieder drinnen, da wo die Hunde auch dürfen. Pet’s Place heißt das, heute Morgen haben wir den Hund einfach ins Restaurant geschmuggelt, denn – ihr wisst schon – niemand kontrolliert.

Und nun im Endspurt nach Hause muss ich doch sagen: Irgendwie war’s schon schön. Für unter 50 Euro durchaus fair, man könnte sagen, wie sind mal eben zum Lunch nach Rostock bzw. Warnemünde gefahren, aber der Weg ist ja bekanntlich das Ziel und auf eben jenem hatten wir, wie eigentlich immer, viel Spaß.