(4. Oktober 2026) Ein Frühschoppen der bayerischen Art: Zum Ende des Oktoberfests an diesem Sonntag haben die KÜSTEN-KERLS zu einer zünftigen Jause eingeladen. Zusammen mit den KÜSTENLADIES wird um kurz vor Zwölf die Weißwurst aufgetischt. 30 gutgelaunte Damen und Herren feiern zu Blasmusik im SIX ZERO im Hotel Flamingo in Timmendorf.
Gut zehn Jahre habe ich in München gelebt. Beim Burda-Verlag als Autor für verschiedene Magazine wie Focus, Elle, Für Sie und Bunte geschrieben und auch ein großes Online-Reiseportal als Projektleiter mit an den Start gebracht.
Der typische Redaktionsschwof am Freitagvormittag: Weißbier oder Helles (damals war alkoholfrei für uns noch ein Fremdwort) und als Hauptattraktion eine kleine, krumme Knackige: die Weißwurst.
Die ewige Debatte war das Vorspiel der Wochenendgaudi: Wo gibt’s die beste Weißwurst? Vinzent Murr? Nix, da holen wir in der Mittagspause unsere Leberkäs-Semmel, aber nicht die Wurst.
Unser Chefredakteur plädierte für seinen Starnberger Metzger, der nächste kaufte sie in der Großmarkthalle, die Chefin vom Dienst ging nur zu Sedlmeier in Perlach und der alte Herr Lorenz, unser Schlussredakteur mit Rotstift, schwor auf Walser in Geretsried in Oberbayern.
Was macht eine gute Weißwurst aus? Das Brät ist fluffig, luftig und zart schmelzend auf der Zunge, hat einen frischen Geschmack und einen flaumigen Biss. Im Anschnitt sind feine, frische grüne Petersilienpunkte sichtbar. Sie ist von einem strahlenden, natürlichen Hellgrau bis Cremeweiß und besteht zu mindestens 51% aus Kalbfleisch, dieser Geschmack dominiert die gute Wurst.
Die Weißwurst wurde 1857 erfunden. Damals gab es keine Kühlschränke oder elektrischen Kühlketten. Die Metzger stellten das empfindliche Brät früh morgens frisch her und die Würste mussten aus Hygienegründen noch vor dem Mittagessen verzehrt werden, bevor sie im Laufe des Tages schlecht wurden. Obwohl moderne Kühlung das Haltbarkeitsproblem gelöst hat, ist die Regel „Das Zwölfe-Läuten nicht hören“ als bayerische Tradition erhalten geblieben. Obwohl man auch in vielen Traditionslokalen die kleine Weiße noch nach drei Uhr ordern kann.
Ich finde die Beste gibt’s bei Andreas Gaßner in München-Ludwigvorstadt. Der hat mehrere Preise abgeräumt, u.a. den dritten Platz bei einem internationalen Wettbewerb im weltweiten Wurst-Ranking (World’s Best Sausages). Da stand seine Weißwurst nach zwei italienischen Würsten als einzige Weiße auf dem Siegertreppchen.
Er beliefert nicht nur den „Bayerischen Hof“ in München, sondern diesmal auch uns. Dazu schickt uns Gaßner seinen frisch gemachten Leberkäse mit.
Und was gehört zur Wurst und zum Leberkäs? Ja, klar, Oktoberfest-Bier, haben wir. Brezn. Ja, sind da. Dazu Radi, Wurstsalat und ein wahnsinnig gutes Brot, das die Küche vom SIX ZERO aus München kommen läßt. Heute mit einer dicken Schicht Butter und frischer Petersilie belegt.
Aber das Wichtigste zur bayerischen Brotzeit ist unbestreitbar der dicke, zähflüssige, körnige, goldgelbe Klecks von einem guten süßen Senf.
Sargast bei uns heute: Gaßners süßer Weißwurstsenf (4 € im Online-Shop >>) ist eine unglaublich gute Kombination aus leichter Süße, die dann im Abgang ein kleines scharfes Feuerwerk hinterlässt und auf den Lippen noch ein klitzeklein wenig prizzelt.
Danke, Andreas Gaßner für Ihre Unterstützung unserer Brotzeit im hohen Norden. Danke auch SIX ZERO-Restaurantchef Oliver Sievers mit seinem F&B-Direktor Bastian Rau und dem stellvertretenden Küchenchef Sebastian Zosel: Großartig, dass wir immer wieder Extrawürste bei euch ordern dürfen und ihr heute für uns extra das Restaurant auf mittags aufgeschlossen habt.
METZGEREI ANDREAS GASSNER
Zenettistraße 11, 80337 München-Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt
Tel. 089 746 14 10
Onlineshop: www.metzgerei-gassner.de

